Staatliche Förderung von Einbruchschutz

Bei Renovierungs- oder Umbauarbeiten von Immobilien im Bestand gibt es die Möglichkeit, für den Einbau einbruchhemmender Produkte eine staatliche Förderung bzw. einen Zuschuss zu erhalten. Nachfolgend informieren wir Sie über die verschiedenen staatlichen Förder- bzw. Zuschussprogramme.

 

Die bundesweiten Förderprodukte der KfW

Seit Juni 2014 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen bestehender KfW-Produkte zur Barrierereduzierung oder zur energetischen Sanierung auch bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden. Über das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“ der KfW-Bankengruppe kann seit 19.11.2015 gezielt in Einzelmaßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch investiert werden. Ab 01.04.2016 werden zusätzliche Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz zudem über eine erweiterte Kreditvariante des Programms „Altersgerecht Umbauen (159)“ gefördert.


Welche KfW-Förderprodukte beinhalten auch Fördermöglichkeiten zum Einbruchschutz?

Die einzelnen förderfähigen Investitionskosten finden Sie jeweils in der Liste der förderfähigen Maßnahmen des entsprechenden KfW-Produkts.


Wer kann Förderanträge stellen?

  • Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten
  • Ersterwerber von neu sanierten Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten sowie Eigentumswohnungen
  • Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieter (Eine Modernisierungsvereinbarung zwischen Vermieter und Mieter wird empfohlen).
  • Weitere Träger von Investitionsmaßnahmen, wie z. B. Wohnungsunternehmen / -genossenschaften, Bauträger, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts (ab 01.04.2016 in der erweiterten Kreditförderung)


Wie wird gefördert?

  • Zinsgünstige Kredite für alle Antragsberechtigten (ab 01.04.2016 in der erweiterten Kreditförderung)
  • Investitionszuschuss für Privatpersonen


Was wird gefördert?

  • Einbau von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungseingangstüren bzw. Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
  • Weitere Maßnahmen wie Türspione, (Bild-) Gegensprechanlagen, z. B. mit Videotechnik

WICHTIG:
Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen! Sie erfolgt ONLINE auf der KfW Seite: Antrag komplett ausfüllen, ausdrucken und zusammen mit der Kopie des Personalausweises (Vorder- und Rückseite) an die KfW senden. Der Beginn der Maßnahmen kann erst nach Rückmeldung der KfW erfolgen. Spätestens sechs Monate nach der Zusage der KfW muss die Maßnahme abgeschlossen sein und der Antrag für den Zuschuss gestellt sein.
Informationen über die finanzielle Förderung sowie die konkreten Maßnahmen gibt es im Merkblatt „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (Nr. 455)“ [Link] sowie der dazugehörigen Anlage „Technische Mindestanforderungen für Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz“. Maßnahmen zum Einbruchschutz müssen von Fachunternehmen ausgeführt werden. Es gelten im Einzelfall die in der Beschreibung der jeweiligen Maßnahme genannten Anforderungen gemäß DIN. Informationen zum fachgerechten Einbau von zertifizierten und DIN-geprüften einbruchhemmenden Produkten erteilen Mitarbeiter der (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen. Dort bekommen Sie auch Nachweise über Errichterunternehmen von mechanischen Sicherungseinrichtungen und von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen. Alternativ geben Sie im Internet in einer Suchmaschine das „Stichwort“ Errichterliste und das gewünschte Bundesland ein. Herstellerverzeichnisse finden Sie hier.

Sollen Maßnahmen zum Einbruchschutz in Verbindung mit barrierereduzierenden Maßnahmen umgesetzt werden, kann ein „Kombi-Antrag“ gestellt werden. Weitere Informationen dazu www.kfw.de/einbruchschutz


Förderprogramm Einbruchschutz im Rahmen einer energetischen Sanierung oder in Kombination mit barrierereduzierenden Maßnahmen durch Zuschuss oder Kredit

Über das Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren (Nr. 151, 152, 430)“ kann in Maßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch investiert werden, wenn diese bei einer energetischen Sanierung zusätzlich vorgenommen werden. Das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen (Nr. 159, 455)“ fördert Maßnahmen zum Einbruchschutz nicht nur als Einzelmaßnahme, sondern auch in Kombination mit barrierereduzierenden Maßnahmen. Weitere Informationen unter www.kfw.de/einbruchschutz „Mehr Sicherheit für Ihre vier Wände.“


Wer kann Förderanträge stellen?

  • Alle Träger von Investitionsmaßnahmen an selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen, z. B.:
    • Privatpersonen (auch Mieter) unabhängig vom Alter der Antragsteller
    • Wohnungseigentümergemeinschaften
    • Wohnungsunternehmen / -genossenschaften
    • Bauträger, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
  • Ersterwerber von barrierefrei oder barrierearm umgebautem und/oder energieeffizient saniertem Wohnraum


Wie wird gefördert?

  • Zinsgünstige Kredite für alle Antragsberechtigten
  • Investitionszuschuss für Privatpersonen


Was wird gefördert?

  • Barrierefreier oder barrierearmer Umbau und/oder energieeffiziente Sanierung einer Wohnimmobilie
  • Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch, wenn diese in unmittelbarem Zusammenhang mit einer energetischen Sanierung stehen oder in Kombination mit barrierereduzierenden Maßnahmen über das Programm „Altersgerecht Umbauen – Kredit/Zuschuss (159/455)“ vorgenommen werden, z. B.
    • Einbau/Austausch von Haus- und Wohnungstüren
    • Einbau/Austausch von Fenstern und Fenstertüren im Rahmen einer energieeffizienten Sanierung
    • Installation von Alarm- und Einbruchmeldeanlagen
    • Einbau von Rollläden, Fenstergittern, Gegensprechanlagen
    • Elektronische Antriebssysteme für Rollläden und selbstverriegelnde Türen
    • Nachrüstung einbruchhemmender Produkte (selbstverriegelnde Mehrfachverriegelungen, Zusatzschlösser etc.)

WICHTIG:
Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen!


Lassen Sie sich umfassend beraten!

Vor Beginn der Sanierung bzw. des Umbaus sollten Sie sich zu den Themen Einbruchschutz und Energieeffizienz beraten lassen. Alle wichtigen Informationen zum Einbruchschutz erhalten Sie bei Ihrer nächstgelegenen (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle. Zudem sollten Sie auf Basis einer unabhängigen Energieberatung ein umfassendes Sanierungskonzept erstellen lassen. Für die Energieberatung empfiehlt die KfW Sachverständige aus der Expertenliste unter www.energie-effizienz-experten.de. Eine „Vor-Ort-Beratung“ wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Förderberechtigte Energieberater sind in der Expertenliste unter www.energie-effizienz-experten.de in der Kategorie „Förderprogramme des BAFA“ veröffentlicht.
Auch die Verbraucherzentralen bieten eine geförderte Energieberatung an.


Welchen Einbruchschutz empfiehlt die Polizei?

Sofern Sie sich für die Realisierung von Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen eines KfW-Produkts entschließen, müssen Haus- und Wohnungseingangstüren mindestens der Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 (geprüfte und am besten zertifizierte einbruchhemmende Bauprodukte) entsprechen.
Die Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 sollte als Mindestanforderung an den Einbau von leicht erreichbaren Fenster und Fenstertüren ebenfalls berücksichtigt werden. Ausgenommen sind Fenster und Fenstertüren, die nur mit einer Aufstiegshilfe erreichbar sind und vor denen keine Standfläche für den Einbrecher gegeben ist. Bei erhöhtem Einbau sollten Fenster und Fenstertüren als Grundsicherung der Widerstandsklasse RC 1 Nnach DIN EN 1627 entsprechen.

Sofern Sie Gitter einbauen, sollten diese ebenfalls mindestens die Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 erfüllen.

Einbruchhemmende Rollläden – nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse RC 2 – leisten ebenfalls Widerstand bei dem Versuch, sich gewaltsam Zutritt in den zu schützenden Bereich zu verschaffen. Sie können ihre einbruchhemmende Funktion jedoch nur erfüllen, wenn sie tatsächlich geschlossen sind. Hilfreich sind hier automatischen Steuerungen.

Als Nachweis für die geprüfte und zertifizierte Einbruchhemmung sollte ein Produktzertifikat sowie die Montageanleitung und eine ausgefüllte Montagebescheinigung vorgelegt werden. Das Bayerische Landeskriminalamt gibt im Auftrag der Zentralen Geschäftsstelle der Kommission Polizeiliche Kriminalprävention (KPK) „Herstellerverzeichnisse“ über geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Produkte heraus. Diese enthalten die Firmenanschrift und die Widerstandsklassen des Produkts.

Nachrüstsysteme (Schlösser) müssen der DIN 18104 Teil 1 (aufschraubbar) oder Teil 2 (im Falz eingelassen) entsprechen und von einem Fachunternehmen eingebaut werden, das auf einem Errichternachweis für mechanische Sicherungseinrichtungen der Landeskriminalämter benannt ist. Mehrfachverriegelungssysteme nach DIN 18251 ab der Klasse 3 bzw. Einsteckschlösser nach DIN 18251 ab Klasse 4 jeweils mit Sperrbügelfunktion sind ebenfalls förderfähig. In der Broschüre „Ungebetene Gäste“ sind alle hier aufgeführten Anforderungen für die förderfähigen einbruchhemmenden Bauteile noch einmal eingehend beschrieben.

Überfall- und Einbruchmeldeanlagen sind nach DIN EN 50 131-1 bzw. DIN VDE 0833, Teil 1 und 3, mindestens Grad 2, zu projektieren und zu errichten. Einbruchmeldeanlagen sollten nur durch Fachunternehmen eingebaut werden, die auf den Errichternachweisen der Landeskriminalämter für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen benannt sind. Die fachlichen Anforderungen für den Einbau von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen (ÜMA/EMA) ergeben sich aus dem Faltblatt „Tipps für mehr Sicherheit: Schlagen Sie Alarm!“ der Polizeilichen Kriminalprävention, das auch eine Checkliste mit 14 wichtigen Hinweisen zum Einbau einer ÜMA/EMA enthält.

Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen

Seit Januar 2014 fördert das Land Nordrhein-Westfalen mit zinsgünstigen Darlehen im Rahmen der investiven Bestandsförderung bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch und zur Verbesserung der Sicherheit am und im Gebäude.


Welche Maßnahmen können gefördert werden?

Zum Beispiel Nachrüstung mit elektrischen Türöffnern, Bewegungsmelder und Beleuchtungssysteme für die Außenbeleuchtung, aber auch der Einbau von einbruchhemmenden Türen mit Türspionen. Der Katalog förderfähiger Maßnahmen ist nicht abschließend. Die baulichen Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch und zur Verbesserung der Sicherheit am und im Gebäude können auch als Einzelmaßnahme gefördert werden.


Wer kann gefördert werden?

Eigentümer, die ihre Immobilie modernisieren wollen und hier baulichen Nachbesserungsbedarf sehen und Vermieter, die ihre Mietwohnungen nachbessern wollen.


Wie hoch ist die Förderung? Wie sind die Förderkonditionen?

Die Förderung beträgt bis zu 25.000 Euro pro Wohnung, höchstens jedoch 80% der Kosten in Mietwohnungen und 85% in selbstgenutztem Wohneigentum. Gefördert wird mit einem zins-verbilligten Darlehen zu folgenden Konditionen: 0,5% Zinsen, 0,5% Verwaltungskostenbeitrag (VKB) und 2% Tilgung jährlich, der einmalige VKB beträgt 0,4%. Der Zinssatz ist für 10 Jahre fest, danach wird das Darlehen marktüblich verzinst. Die förderfähige Summe von 25.000 Euro kann in Kombination mit weiteren förderfähigen Maßnahmen erhöht werden, z. B. in Verbindung mit energetischen Maßnahmen.
Für die Inanspruchnahme von Kombinationsfördermaßnahmen gelten andere Konditionen und Bedingungen, z. B. Mietpreis- und Belegungsbindung, Einkommensgrenzen, höhere Darlehen und längere Zinsbindungen. Die Bagatellgrenze liegt bei 1.500 Euro.


Bewilligungsbehörden

Die Fördermittel werden bei der Stadt- oder Kreisverwaltung (Bewilligungsbehörde) beantragt, in deren Bereich das zu fördernde Objekt liegt. Die entsprechenden Kontaktdaten der zuständigen Bewilligungsbehörden für eine ausführliche Beratung sowie die Antragsformulare finden Sie auf der Website der NRW.BANK


Weitere Informationen

Den genauen Wortlaut der Richtlinien zur Förderung von investiven Maßnahmen im Bestand (RL – BestandsInvest) mit den förderfähigen Maßnahmen und Fördervoraussetzungen, mit Art und Höhe der Förderung, den Darlehensbedingungen und weiteren Verfahrensregelungen können Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen nachlesen

Zudem bietet die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite ergänzende Informationen rund um das Thema Förderprogramme.

Förderprogramm des Freistaates Sachsen

Über die Förderrichtlinien des Innenministeriums für Energetische Sanierung und Mehrgenerationenwohnen kann seit Ende August 2014 auch der Einbau einbruchhemmender Türen und Fenster in Ein- und Mehrfamilienhäuser gefördert werden. Die Förderung von Einbruchschutzmaßnahmen wird als Ergänzung in die bestehenden Förderrichtlinien des Innenministeriums aufgenommen. Der neue Sicherheitsaspekt in den Landesmitteln der Wohnungsbauförderungen tritt neben die etablierten Ziele - Förderung energetischer Sanierung und barrierefreier Umbauten. Die Landesprogramme mit den neuen Möglichkeiten sind abrufbar unter: http://www.sab.sachsen.de/


Die Anforderungen und Voraussetzungen entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Programmen:

Zur energetischen Sanierung (Sächsisches Energiespardarlehen)

Zum Antrag auf ein öffentliches Darlehen für Mehrgenerationenwohnen

Förderprogramm der Stadt Heidelberg/Baden-Württemberg

Um Bürgerinnen und Bürger dabei zu unterstützen, ihr Haus oder ihre Wohnung gegen Einbruch zu sichern, hat die Stadt Heidelberg das Förderprogramm "Die Heidelberger Schlossprämie" aufgelegt. Bürgerinnen und Bürger können beim Einbau von mechanischer Sicherheitstechnik einen Zuschuss von 25 Prozent bis maximal 2.500 EUR erhalten. Sowohl Eigentümerinnen und Eigentümer als auch Mieterinnen und Mieter können die Förderung beantragen.

Zum Info-Flyer (Heidelberger Schlossprämie)