Schlüsselboxen bieten keinen Einbruchschutz
Am privaten Haushalt werden Schlüsseltresore oft unauffällig neben der Haustür montiert, damit Pflegedienste, Handwerker oder die eigenen Kinder bei Abwesenheit hereinkommen. Genau das macht sie riskant: Vor allem günstige Boxen halten mechanischen Angriffen kaum stand - ist die Box geknackt, gelangen Einbrecher ohne sichtbare Einbruchspuren an der Haustür direkt in die Wohnung.
Vorsicht: Versicherungsschutz kann verfallen!
Öffnen Diebe einen Schlüsselübergabekasten und anschließend die Haustür mit dem Originalschlüssel, liegt rechtlich häufig kein klassischer Einbruchdiebstahl vor (fehlende Einbruchspuren). Versicherer werten das Deponieren eines Schlüssels in einer unzureichend widerstandfähigen Außenbox nicht selten als grobe Fahrlässigkeit, mit der Folge, dass der Schutz der Hausrats- oder gewerblichen Inhaltsversicherung erlischt. Damit kann die Schadensregulierung gekürzt oder sogar gänzlich verweigert werden.
Darauf sollten Sie bei Schlüsseltresoren achten
- Wenn Sie auf diese Flexibilität nicht verzichten wollen, weichen Sie lieber auf elektronische Türschlösser aus. Bei diesen sog. Smart Locks können Zugangsberechtigungen digital per Smartphone zugewiesen werden – ein physisches Schlüsseldepot wird nicht benötigt.
- Achten Sie bei Außenboxen unbedingt auf ausreichende Widerstandskraft, ausgewiesen z.B. nach Richtlinie VdS 3898.
- Klären Sie vor der Installation schriftlich mit der eigenen Versicherung, welche Zertifizierung (z. B. VdS-Richtlinie) das System erfüllen muss, damit der Schutz im Ernstfall greift.
Self-Check-in ohne Risiko? Nur mit zertifizierten Systemen
In Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen ermöglichen Schlüsselübergabeboxen einen kontaktlosen Check-in rund um die Uhr. Problematisch wird es, wenn Betreiber aus Kostengründen zu einfachen, mechanischen Modellen greifen: Diese lassen sich oft innerhalb weniger Minuten mit einfachem Hebelwerkzeug oder roher Gewalt öffnen – und in ihnen liegen häufig Schlüssel zu kompletten Wohneinheiten oder sogar Generalschlüssel fürs ganze Gebäude.
Für den gewerblichen Einsatz empfiehlt die Polizei Systeme, die nach der Richtlinie VdS 3898 zertifiziert sind: Sie bieten nachgewiesenen Schutz gegen Manipulation und Aufbruch. Die Code-Vergabe sollte zudem digital und zeitgesteuert erfolgen, sodass der PIN-Code nach der Abreise automatisch ungültig wird.
